Die Frage nach dem Tagesverbrauch kommt fast immer im Januar, wenn der Zähler schneller läuft als erwartet. Sie ist verständlich und schwer zu beantworten, weil der Verbrauch an einem kalten Tag ein Vielfaches des Jahresmittels ist und weil kein Anbieter Tageswerte veröffentlicht.
Warum die Tageszahl in die Irre führt
An einem Tag mit minus zehn Grad braucht das Haus ein Vielfaches der Wärme eines Tages mit plus zehn, und die Wärmepumpe arbeitet zugleich mit schlechterer Arbeitszahl, weil der Temperatursprung grösser ist. Beide Effekte multiplizieren sich. Ein aus einem Januartag hochgerechneter Jahresverbrauch fällt deshalb regelmässig doppelt so hoch aus wie der tatsächliche.
Wie man trotzdem grob abschätzt
Nehmen Sie den Jahresverbrauch, mit dem die Anbieter rechnen, und verteilen Sie ihn auf die Heizperiode statt auf das Jahr. Enpal setzt für ein Einfamilienhaus 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf und eine Arbeitszahl von 3,5 an, also rund 5.700 Kilowattstunden Strom. Über etwa 200 Heiztage sind das im Mittel rund 28 Kilowattstunden am Tag, an sehr kalten Tagen deutlich mehr und in der Übergangszeit deutlich weniger.
Was die Anbieter tatsächlich veröffentlichen
Jahreswerte. co2online nennt 'zwischen 230 und 1.400 Euro pro Jahr' für den Betriebsstrom, thermondo 1.940 € pro Jahr für eine vierköpfige Familie im Einfamilienhaus, Enpal und Enter je 500 bis 1.500 € inklusive Wartung. Keine der zwölf für diese Übersicht gelesenen Seiten veröffentlicht einen Tagesverbrauch, und hier wird deshalb keiner als Zitat ausgegeben.
Was ein zu hoher Winterverbrauch bedeuten kann
Meist eine zu hohe Vorlauftemperatur oder einen fehlenden hydraulischen Abgleich, seltener ein zu häufig anspringendes Heizelement. Beides ist eine Einstellungs- und Auslegungsfrage und keine Eigenschaft des Geräts, und beides lässt sich nach der ersten Heizperiode noch beheben. Die Jahresarbeitszahl ist die Grösse, an der man es misst.
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Wie viele Kilowattstunden am Tag im Winter?
Keine der zwölf gelesenen Seiten veröffentlicht einen Tageswert. Aus den Jahresannahmen der Anbieter ergeben sich im Mittel der Heizperiode rund 28 Kilowattstunden, an kalten Tagen deutlich mehr.
Warum ist der Verbrauch im Januar so hoch?
Weil der Wärmebedarf steigt und die Arbeitszahl gleichzeitig sinkt. Die beiden Effekte multiplizieren sich.
Kann ich aus einem Wintertag aufs Jahr schliessen?
Nein, das überschätzt regelmässig. Der Jahresverbrauch mittelt über die ganze Heizperiode einschliesslich der Übergangszeit.