Der Jahresverbrauch ist die einzige Verbrauchszahl, die etwas taugt, weil sie über alle Temperaturen einer Heizperiode mittelt. Die deutschen Anbieter rechnen ihn alle gleich und kommen trotzdem auf sehr verschiedene Ergebnisse, weil sie verschiedene Häuser und verschiedene Strompreise annehmen.
Die Annahmen der Anbieter
Enpal setzt 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf für ein Einfamilienhaus an und rechnet mit 21 Cent je Kilowattstunde. Buderus rechnet mit 4.000 Kilowattstunden Stromverbrauch und 'einem angenommenen Strompreis von 30 ct/kWh' und kommt auf 1.200 € im Jahr. Beide Rechnungen sind nachvollziehbar und beide beschreiben ein anderes Haus zu einem anderen Tarif; die Zahl am Ende ist zufällig dieselbe.
Was daraus an Jahreskosten wird
co2online nennt 'zwischen 230 und 1.400 Euro pro Jahr' für den reinen Betriebsstrom, mit dem Zusatz, dass ein ungedämmtes Haus darüber liegen kann. Kesselheld nennt für eine Grundwasser-Wärmepumpe im typischen Einfamilienhaus 'Betriebskosten von grob 670 Euro pro Jahr'. co2online nennt zusätzlich einen gemessenen Vergleichswert: 'Durchschnittlich lagen die Kosten für das Heizen mit einer Wärmepumpe in Deutschland laut Heizspiegel 2025 bei etwa 1.195 Euro pro Jahr.'
Warum der Heizspiegel-Wert nützlich ist
Er ist der einzige Wert in dieser Übersicht, der nicht aus einer Modellrechnung stammt, sondern aus abgerechneten Verbräuchen. Er liegt mit rund 1.195 Euro ungefähr in der Mitte der Modellrechnungen, was für deren Plausibilität spricht, und er beschreibt den Bestand mit allem, was darin schiefläuft: zu hohe Vorlauftemperaturen, fehlende Abgleiche, Anlagen im falschen Betriebspunkt.
Was Sie damit anfangen
Nehmen Sie die Zahl als Prüfgrösse für ein Angebot. Wenn ein Fachbetrieb eine Jahresarbeitszahl verspricht, rechnen Sie Ihren Wärmebedarf durch diese Zahl und multiplizieren Sie mit Ihrem Arbeitspreis. Liegt das Ergebnis weit unter dem, was der Heizspiegel für den Bestand ausweist, ist die Frage berechtigt, welche Vorlauftemperatur der Rechnung zugrunde liegt.
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Wie viel Strom im Jahr?
Die Anbieter rechnen mit 4.000 bis 6.000 Kilowattstunden für ein Einfamilienhaus. Die Zahl ist Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl.
Gibt es einen gemessenen Vergleichswert?
co2online nennt den Heizspiegel 2025 mit etwa 1.195 Euro pro Jahr für das Heizen mit einer Wärmepumpe in Deutschland.
Warum liegen Modellrechnung und Praxis auseinander?
Weil im Bestand Vorlauftemperaturen höher und Anlagen seltener abgeglichen sind als in der Rechnung.